Fluxus East

Fluxus-Netzwerke in Mittelosteuropa

Henie Onstad Kunstsenter | Sonja Henies vei 31 | 1311 Høvikodden | 28. Oktober 2010 – 27. Februar 2011 (vorläufig)

Dick Higgins

1938 geboren als Richard Carter Higgins in Cambridge, England
1998 gestorben in Quebec

Dick Higgins studierte wie viele andere künftige Fluxus-Künstler in John Cages Kompositionsklasse an der New School for Social Research in New York von 1958 bis 1959. 1960 heiratete er die Künstlerin Alison Knowles; beide waren Fluxus-Künstler der ersten Stunde und nahmen an den ersten Konzerten des sich gerade konstituierenden Netzwerks in Wiesbaden im September 1962 teil. 1963 gründete Higgins die Something Else Press, in der unter anderem Werke von Al Hansen, Robert Filliou, Allan Kaprow, Emmett Williams und John Cage erschienen. George Maciunas sah die Something Else Press als Konkurrenzunternehmen zu den Fluxus-Editionen und „schloss” Higgins unter anderem aus diesem Grund von Fluxus „aus”. Higgins ist Urheber der Bezeichnung „Intermedia”, die treffend den Charakter vieler Fluxus-​Stücke, die sich nicht auf ein Medium festlegen lassen, bezeichnet.

In den 70er Jahren widmete sich Higgins vermehrt grafischen Arbeiten und Gemälden. Außerdem schloss er 1977 ein Graduiertenstudium an der New York University ab. Zu seinen Forschungsinteressen gehörte vor allem internationale visuelle Poesie aus historischer Zeit, weshalb er sich zu diesem Thema auch mit ungarischen und polnischen Wissenschaftlern und Künstlern austauschte. 1981 bis 1982 lebte Higgins im Rahmen eines DAAD-Stipendiums in Berlin.

Dick Higgins reiste 1966 gemeinsam mit Alison Knowles nach Prag, wo sie eine Ausstellung zu Avantgarde- Editionen zeigten und mit Ben Vautier, Serge Oldenbourg, Jeff Berner und Milan Knížák gemeinsam auftraten. Darüber hinaus war Dick Higgins in den 1980er und 1990er Jahren bei zahlreichen Ausstellungen und Performances vor allem in Polen (Galeria Akumulatory 2, Galeria Potocka, Piwna 20/26 etc.) präsent.

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