Fluxus East

Fluxus-Netzwerke in Mittelosteuropa

Henie Onstad Kunstsenter | Sonja Henies vei 31 | 1311 Høvikodden | 28. Oktober 2010 – 27. Februar 2011 (vorläufig)

Tadeusz Kantor

1915 geboren in Wielopole Skrzynskie, Polen
1990 gestorben in Krakau

Kantor studierte von 1933-1939 an der Akademie der Schönen Künste in Krakau. Er war Regisseur, Maler, Grafiker, Autor und Schauspieler in seinen eigenen Stücken. Schon während der Okkupation hatte er in Krakau ein experimentelles Theater im Untergrund gegründet. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete Kantor zunächst als Szenograf. 1948 war er einer der Organisatoren der großen Ausstellung für zeitgenössische Kunst in Krakau. 1955 gründete er das legendäre Theater Cricot 2, 1957 belebte er die vor dem Krieg aktive Grupa Krakowska neu. 1965 war Kantor an der Gründung der Galeria Foksal in Warschau beteiligt.

In Warschau veranstaltete Kantor am 10. Dezember 1965 im Café der Gesellschaft der Freunde der schönen Künste Cricotage, das als erstes Happening in Polen gilt (allerdings hatte bereits 1964 das musikalische Happening Non Stop von Bogusław Schaeffer stattgefunden). In den nächsten Jahren folgten weitere Happenings wie Trennungslinie (Galeria Krzysztofory, 1966) und das Panorama-Happening am Meer (1967), das schon im Vorfeld eine Ausstrahlung weit über Polen hinaus hatte und – insbesondere durch die fotografische Dokumentation von Eustachy Kossakowski – einen ikonischen Status erreicht hat. 1968 folgte das Happening Brief (Galeria Foksal, Warschau). Mit seinen Happenings war Kantor 1970 auf der von Harald Szeemann kuratierten Ausstellung happening & fluxus im Kölnischen Kunstverein vertreten. Er war Gast der documenta 2 (1959), der Biennale Venedig (1960) und documenta 6 (1977). Mit dem Theater Cricot 2 unternahm Kantor ausgedehnte Auslandsreisen nach Westeuropa und in die USA.

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