Fluxus East

Fluxus-Netzwerke in Mittelosteuropa

Henie Onstad Kunstsenter | Sonja Henies vei 31 | 1311 Høvikodden | 28. Oktober 2010 – 27. Februar 2011 (vorläufig)

Mieko (Chieko) Shiomi

1938 geboren in Okayama, Japan
Lebt in Osaka

Mieko Shiomi wuchs in einer musikalischen Familie auf und erhielt schon früh eine klassische Musik-Ausbildung. Sie begann ihr Studium der Musikwissenschaft und Musik an der Staatlichen Universität der Künste in Tokio 1957. 1960 gründete sie gemeinsam mit Takehisa Kosugi und anderen die Gruppe Ongaku (Musik). Sie begann den Radius ihrer Musik hin auf Improvisation und Aktion zu erweitern. Anregungen erhielt die Gruppe durch Auftritte von Künstlern wie John Cage, La Monte Young und George Brecht in Tokyo in den frühen 60er Jahren. Seit 1963 stand Shiomi in Kontakt mit Yoko Ono, durch die sie George Brechts Events kennenlernte und die Bezeichnung „Event” für ihre Arbeiten übernahm. 1964 ging Shiomi auf Einladung von George Maciunas nach New York, wo sie an den dort stattfindenden Fluxus-Ereignissen teilnahm.

Shiomis Events sind von einem starken Purismus geprägt. Ihre Aktionen bestehen aus subtilen, minimalen Veränderungen, dem Changieren zwischen dem Nichts und einem Etwas. So z.B. bei ihrer Disappearing Music for Face, in der ein Lächeln sehr langsam in einen neutralen Gesichtsausdruck übergeht. Kurz vor ihrer Rückkehr nach Japan 1965 begann Mieko Shiomi mit ihren Spatial Poems, einer Serie von neun Events, zu denen sie die gesamte Erde als Bühne betrachtete und Künstler weltweit zu Aktionen einlud, die zumeist minimale Aktionen oder kleine Eingriffe in die Umwelt erforderten (z.B. ein Wort auf eine Karte zu schreiben und dieses an einem selbst gewählten Ort zu deponieren). Shiomi erhielt zu diesen Aktionen kurze Berichte der Teilnehmer, die in verschiedene Fluxus-​Objekte und eine Publikation Eingang fanden. An dieser Aktion nahmen zahlreiche Künstler und Autoren auch aus Mittel- und Osteuropa teil, die so zu Akteuren grenzüberschreitender Fluxus-Ereignisse werden konnten.

Ab 1977 widmete sich Mieko Shiomi wieder vorwiegend ihren Kompositionen, bleibt dem Fluxus-Netzwerk und seinen Ideen aber weiterhin verbunden. Eines ihrer Spatial Poems (Falling Event) wurde erst kürzlich zum Gegenstand einer ihrer Kompositionen.

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