Fluxus East

Fluxus-Netzwerke in Mittelosteuropa

Henie Onstad Kunstsenter | Sonja Henies vei 31 | 1311 Høvikodden | 28. Oktober 2010 – 27. Februar 2011 (vorläufig)

Tamás St. Auby

1944 geboren in Fót, Ungarn
Lebt in Budapest

Tamás St. Auby (auch Szentjóby, Stjauby, Emmy / Emily / Grant, St. Aubsky, T. Taub usw.) war zunächst Dichter und Cartoonist, bevor er „neo-sozialistischer Realist” wurde. Im Sommer 1966 organisierte er gemeinsam mit Gábor Altorjay das erste Happening Das Mittagessen – In memoriam Batu Kán in Budapest und wurde damit beim ungarischen Geheimdienst von nun an unter dem Codenamen „Schwitters” aktenkundig. 1968 gründete er die Internationale Parallele Union der Telekommunikation (IPUT), deren „Superintendent” er inzwischen ist. 1969 organisierte er das erste Fluxus-Konzert in Budapest. Ein zweites Fluxus-Konzert 1973 wurde kurz vor der Aufführung verboten und genau zwanzig Jahre später nachgeholt.

1972 begann St. Auby sich mit dem Thema Streik zu beschäftigen, was 1974 zu dem Programm Existenzminimum Standard Projekt 1984 W Mach einen Stuhl! führte. 1974 wurde er aufgrund seiner Samizdat-Aktivitäten verhaftet und 1975 des Landes verwiesen. In Genf eröffnete er das neue Hauptquartier von IPUT. Hier entwickelte er das LSP 1984 W weiter. Er nahm an mehreren Fluxus-​Veranstaltungen teil – beispielsweise am Fluxconcert for George Maciunas 1980 in Genf. Ab 1980 organisierte er mehrere nichtkunst künstlerische Streiks. 1987 eröffnete er in Genf die Galerie Ruine, die auf dem Prinzip No Profi/Noprofil/No-profit beruhte.

1991 kehrte St. Auby nach Budapest zurück, wo er Dozent an der neu eingerichteten Intermedia-Fakultät der Hochschule der Bildenden Künste wurde. Im Zeichen der Mythos-Korrektur gründete St. Auby 2001 die Globale Front der Anti-Kunstgeschichtsfälscher der Neo-​Sozialistisch-​Realistischen IPUT (NETRAF), in deren Namen er ca. 1.100 zwischen 1956 und 1976 entstandene und bis heute kaum bekannte, da zu ihrer Entstehungszeit verbotene Kunstwerke digitalisierte, um sie im Portable Intelligence Increase Museum zu präsentieren.

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