Nomeda und Gediminas Urbonas
Gediminas Urbonas 1966 geboren in Vilnius, Litauen
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Nomeda und Gediminas Urbonas studierten beide an der Kunstakademie Vilnius und schlossen ihr Studium dort 1994 ab. Zunächst spezialisierte sich Nomeda Urbonas auf Grafik und Fotografie, Gediminas Urbonas auf Skulptur und Plastik. 1993/97 riefen sie das Kunstprojekt Jutempus ins Leben, das sich um die Schnittstellen von sozialer und künstlerischer Praxis dreht und nach dem Ort zeitgenössischer Kunst in der (post-sowjetischen) Gesellschaft fragt. Im Jahr 2000 gründen sie das interdisziplinäre Labor für Medienkunst Vilma. Ihr Hauptinteresse gilt der Transformation der litauischen Gesellschaft, dem städtischen Lebensraum, architektonischen Entwicklungen und dem kulturellen Erbe aus der sowjetischen Zeit.
2005 begannen sie mit dem Pro-Test Lab, einem Projekt, bei dem die Grenzen zwischen Kunst, Protest und zivilgesellschaftlichem Engagement aufgehoben werden. Das Projekt richtet sich gegen den Privatisierungswahn, der mit der politischen Wende in Litauen begann, und Kinos (wie das im Rahmen des Pro-Test Labs besetzte Kino Lietuva) wie Schwimmbäder und andere öffentliche Räume betrifft. Fluxus fühlen sich Nomeda und Gediminas Urbonas insbesondere im Anliegen des Gemeinschaftlichen verbunden, in der Negation des Ästhetischen und in der Praxis des Spielerischen im öffentlichen Raum. So organisierten sie im Rahmen von Pro-Test Lab Aktionen – z.B. zogen zahlreiche Demonstranten in Badebekleidung an eine Stelle, an der sich früher ein Schwimmbad befunden hatte. So mischen sich die Ebenen von Protest und ins Absurde gehender Kunstaktion.
Nomeda und Gediminas Urbonas erhielten zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen. 2002 waren sie auf der documenta 11 in Kassel vertreten. 2007 waren sie mit Villa Lituania die Künstler des Litauischen Pavillons auf der 52. Biennale in Venedig.