Fluxus East

Fluxus-Netzwerke in Mittelosteuropa

Henie Onstad Kunstsenter | Sonja Henies vei 31 | 1311 Høvikodden | 28. Oktober 2010 – 27. Februar 2011 (vorläufig)

Emmett Williams

1925 geboren in Greenville, USA
2007 gestorben in Berlin

Emmett Williams lebte in den 1950er und 1960er Jahren abwechselnd in Frankreich, der Schweiz und Deutschland, wo er viele (spätere) Fluxus-Künstler kennenlernte. 1962 nahm er an den ersten Fluxus-Konzerten in Wiesbaden teil. Typische Stücke aus dieser Zeit sind die Counting Songs, bei denen das Publikum auf vielerlei Art gezählt wird: laut, leise, singend, auf der Bühne, im Zuschauerraum, Geschenke gebend und nehmend. 1966 kehrte Williams in die USA zurück, bis 1970 war er Chefredakteur von Dick Higgins Something Else Press. Ab 1970 folgten viele Reisen und verschiedene Stipendienaufenthalte. 1980 war Williams Gast des Künstlerprogramms des DAAD und blieb in der Folge in Berlin. Seit dieser Zeit war Williams bei zahlreichen Ausstellungen, Performances und Symposien in Polen aktiv. So stellte er mehrfach in der Galeria Akumulatory 2 aus, in der Galerie Riwiera-Remont und in der privaten Galerie Piwna 20/26. 1987 und 1988 organisierte Williams noch zu sozialistischen Zeiten das große Künstlertreffen International Seminar of the Arts (ETC) in Warschau. 1990 wurde er zum Präsidenten des Artists Museum in Łódź ernannt. 1996 erhielt er den Hannah-​Höch-Preis in Berlin, 1997 folgte die Ehrendoktorwürde der Nova Scotia University und 2005 ein Doctor honoris causae der Universität Poznań.

Auch um die Fluxus-Geschichtsschreibung machte sich Williams verdient. 1991 veröffentlichte er mit My Life in Flux – and Vice Versa eine ausführliche Autobiografie, die vor allem die Geschichte und Rezeption seiner Stücke und Performances spiegelt. 1996 legten Williams und Ann Noel mit Mr. Fluxus. A Collective Portrait of George Maciunas mit Hilfe zahlreicher Primärquellen eine erste Biographie-​Collage des Fluxus-„Vorsitzenden” vor. Vielen Mythen, die sich um Fluxus rankten, spürte Williams spielerisch mit A flexible history of Fluxus facts and fiction (2006) nach.

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